Climate Fiction Workshop “Dystuopie” – ein Rollenspiel

Auf dieser Seite steht ein Workshop für Jugendliche und Erwachsene zum Klimawandel und unserer kulturellen Anpassung daran. Er besteht aus einer Anleitung und einer kurzen Climate Fiction Geschichte. Ursprünglich mal aufgesetzt für Hack The Summer 2021. Und da geht es los ↓

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‘we’re fucked’

“Hallo,

willkommen zum Workshop. Ich bin _ von Mifactori. Wer seid ihr? 

Legen wir los mit unserem Workshop. 

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Ergebnisse

Wie funktioniert dieser Workshop?

Ihr schaut hier auf eine Webseite, die offen im Netz steht. Der Link ist: 

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mifactori.de/climate-fiction
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Aber wenn ihr genau jetzt auf die Seite geht, funktioniert sie nicht. Ich hab sie kurz vorm Workshop gesperrt (ihr seht gleich warum). Gleich nach dem Workshop geht sie aber wieder live und ihr könnt eure Ergebnisse jederzeit abrufen? 

Ergebnisse? Ja. Ihr werdet im Workshop mehrere Aufgaben kreativ lösen. Ich werde eure Lösungen mitschreiben in einem Pad. Diese Mitschrift ist hinterher frei zugänglich – für euch und andere. 

Ergebnisse

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Einverstanden?

Dann geht es los. 

 

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Einführung: ‘Rollenspiel’

Ihr habt sicherlich alle vom Klimawandel gehört, richtig? Erzählt doch mal. Was ist das? Wie entsteht er? Warum ist das ein Problem?

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Ja.

Der Klimawandel kommt. Da ist sich die absolute Mehrheit der WissenschaftlerInnen einig. Und die sind sich auch einig, aus der Sicht von uns Menschen ist “Klimawandel” eigentlich das falsche Wort. Besser wäre “Klimakrise” oder eigentlich sogar “Klimakatastrophe”.

Warum “Klimakatastrophe”? Es wird ein bisschen wärmer. Ist doch gut. Weniger Klamotten anziehen. Yay!

Leider ist das nicht alles. Mit der Änderung der Temperatur wird sich noch viel mehr ändern. WissenschaftlerInnen werfen teils erschreckende Bilder an die Wand i .



 

In diesem Workshop werden wir uns mit diesen Bildern auseinandersetzen in Form eines Rollenspiels. Das funktioniert so:

Ich lese euch eine kleine Climate Fiction-Geschichte vor. Climate Fiction ist eine Literaturgattung, die zur Science Fiction gehört. Die Geschichten finden in einer vom Klimawandel gezeichneten Welt statt. Die Heldinnen und Helden müssen sich in dieser Welt bewegen und darin bestehen.

Zu solchen Heldinnen und Helden werdet ihr heute.

Ich werde euch immer ein kurzes Stück Geschichte vorlesen. Das Stück endet mit einer Frage. Ihr werdet dann in kleinen Gruppen (oder allein) euch Antworten/Lösungen für diese Frage überlegen. Wie meistert eure Hauptfigur diese Herausforderung? Dafür habt ihr 5 Minuten. Danach kommen wir wieder zusammen, ihr teilt eure Ideen hier, wie diskutieren sie ein bisschen und ich schreibe sie mit ins Pad. 

Einverstanden? 

Bevor es losgeht, will ich noch sagen, dass wir durch eine fiktionale – eine ausgedachte – Geschichte gehen. Manches ist sehr spekulativ und zugespitzt. Das heißt, es kann so kommen, muss es aber nicht. Zum Beispiel weil Menschen wie eure Heldinnen und Helden Lösungen finden, die diese schlimmen Folgen abwenden oder abfedern. “Schlimme Folgen?” Ja, schnallt euch an. Eine echte Dystopie. Könnt ihr sie in eine Utopie verwandeln? 

Alles verstanden? Gruppen gebildet? Dann los. 

Update: Ich habe diese Geschichte hier Anfang Juni 2021 geschrieben. Da war das noch Fiktion und erforderte Recherche in wissenschaftlich fundierten Prognosen. Wenige Tage später ging es los mit den Waldbränden in Kanada und den Überschwemmungen in ganz Deutschland und anderen Teilen der Welt… Als ich das geschrieben habe, war das noch “”in die Zukunft schauen”, wenige Tage später wäre es schon “die Nachrichten zusammenfassen” gewesen … : – ( 

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Minas Story Vs 1.0


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1 Die Hitze 

Mina tritt auf die Straße.

Sie hat Hunger. Sie will zum Supermarkt. Draußen ist es heiß, fast unerträglich. Wieder einer dieser Hitzetage. Seit Wochen geht das so, Tag und Nacht.

Die Luft ist schwer zu atmen, sie brennt in der Lunge. Seit Wochen hat es nicht geregnet und Feinstaub und Bodenozon i sind so dicht, dass man sie fast schon greifen kann. Mina zieht ihre Maske auf.

An der Ecke helfen drei Männer einer Frau. Sie liegt auf dem Boden. Wahrscheinlich ist sie unter der Hitze zusammengebrochen. Jedes Jahr gibt es neue Rekorde bei den Hitzetoten. Mina kann das Gesicht der Frau sehen. Sie ist gar nicht alt, eigentlich trifft die Hitze vor allem Ältere i . Vielleicht hatte sie Vorerkrankungen. Aber wieso ist sie dann hier draußen und nicht drinnen, wo es kühler ist? 

“Kann ich helfen?” fragt Mina. “Nein. Der Krankenwagen ist gleich da”, sagt der Mann, der der Frau bereits hilft. “Das ist Frau Schulz aus der 19a” erzählt er. “Die heftigen Hagelstürme vor ein paar Wochen haben ihr die Fenster eingeschlagen und ihr die Klimaanlage außer Betrieb gesetzt. Gleich nach dem Hagel fing die Hitze an und niemand ist gekommen zum Reparieren.”

Ja, die Hitze macht die Wirtschaft langsam i . Kinder lernen kaum noch etwas in der Schule vor Hitze, der Postbote klingelt seltener, auch der Reparaturservice kommt nicht mehr. Wenn es heiß ist, wird alles unproduktiv. 

Am Straßenende steht ein Baum, er ist grün. Darunter steht eine Frau an einer Wasserpumpe. Es dauert lange, bis endlich Wasser kommt und sich die Gießkanne füllt. Es reicht, um diesen Baum hier am Leben zu halten. Die restliche Stadt steht aber vor allem voller Stümpfe – tote Bäume. Als die Stadt es vor ein paar Jahren aufgegeben hat, die vertrocknenden und kranken Stadtbäume i zu retten, ist hier viel abgeholzt worden. Das hat die Stadt noch viel heißer gemacht i . Eine Betonstadt speichert Hitze noch viel stärker – sie ist bis zu 10 Grad heißer als die Umgebung. 

Unterm Baum hört Mina Vögel, ein seltener Klang. Ohne Bäume keine Vögel. Mina versucht herauszuhören, welche Arten hier auf dem Baum sitzen. Eine Übung die in den letzten Jahren einfach geworden ist. Das Artensterben i hat die Zahl der Möglichkeiten klein werden lassen. 

Plötzlich werden die Vögel übertönt von Geschrei. Am Straßenende steht ein Mann mit rotem Kopf und wildem Blick. Was er schreit kann Mina nicht verstehen. Menschen reagieren unterschiedlich auf die Hitze. Manche werden langsam und schläfrig, andere werden wütend und aggressiv i . Mina wechselt die Straßenseite. Und läuft schneller. Sie will schnell wieder raus aus dieser verdammten Hitze.

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Wie kann Mina der Hitze widerstehen?

Wie können die Menschen in Minas Stadt der Hitze widerstehen? 

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2 Essen 

Gleich da! Nur noch über die Brücke und dann ist Mina im Supermarkt. Unter der Brücke im Fluss schwimmen tote Fische vorbei i, ii. Mina wundert sich, es gab noch lebende Fische?

Im Supermarkt ist es kühler. Hier funktioniert die Klimaanlage. Am Eingang steht ein Sicherheitsmann und mustert Mina. Trödeln sollte Mina hier nicht. Viel zu holen gibt es aber auch nicht. Die Regale sind teilweise leer, vor allem beim Obst und Gemüse i. Alles was Wasser braucht ist selten und teuer geworden. Und praktisch alles braucht Wasser.

Die Landwirtschaft hat sich auf wassersparende Sorten zurückgezogen. Aber brennende Wälder i greifen auf Felder über, Unwetter vernichten immer wieder ganze Ernten, unerwartete Schädlingswellen fressen halbe Ernten auf. Lebensmittelanbau ist kaum noch planbar i. Der Besuch im Supermarkt auch nicht.

Aber wenigstens sind die Regale nicht vollständig leer wie andernorts. Aber Mina muss gut aufpassen. Was man kaufen kann, hat oft schlechte Qualität. Vieles hat zu wenig Proteine, Zink, Eisen, Vitamin B. Ernährungs-Mangelerscheinungen sind überall zu sehen. Brüchige Nägel, energielose Menschen auch bei kühlem Wetter, Haarausfall, Nervosität, leere Blicke i. Wer nicht aufpasst oder arm ist wird schnell zum Zombie – zum Klimazombie.

Mina hat Glück. Es gibt Äpfel. Aber sie kosten 15 EURO das Kilo. 5 EUR für zwei Äpfel. Mina kauft sie trotzdem. Und sie wird einen dritten für Frau Schulz aus der 19a mitnehmen. Wer gegen Hitze bestehen will, muss gut ernährt sein. 

Der Sicherheitsmann hält Minas Wagen fest und zeigt auf ein Schild. “Nur 2 Äpfel pro KundIn”. Mina nickt und legt den dritten Apfel zurück. Wieder Rationierung heute. Dann muss ein Apfel für Mina reichen. 

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Wie kann Mina noch gesund essen (und gesund bleiben)? 

Wie können die Menschen in Minas Stadt gesund essen?

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3 Das Wasser

Mina ist wieder auf der Straße. Zurück nachhause. Ihr Telefon klingelt. Es ist ihre Freundin, Clara.

Clara ist vor einer Weile in eine Küstenstadt gezogen. Auf alten Landkarten lag Claras neue Stadt noch mitten im Land. Jetzt liegt das Meer direkt vor der Tür. Und es kommt immer näher, der Meeresspiegel steigt i, ii, iii.

So nah am Meer kommt das Wasser aber nicht nur von vorn. Auch der Regen ist stark und überflutet die Stadt regelmäßig von oben. Gegen das Meer wehrt sich Claras Stadt mit Deichen. Clara erzählt oft vom Deichbau. Die extremen Temperaturen und Unwetter greifen die Deiche an, machen sie schwach. Immer wieder brechen die Deiche auf. Dann steht die Stadt unter Wasser. Clara geht dann nicht zur Arbeit, sondern hilft Deiche reparieren.

Auf den Fotos sieht Claras Stadt immer sehr kaputt aus, Laternen, Straßen, Häuser – alles sehr marode. Die Stadt steckt alles in die Deiche. Für andere Reparaturen ist kein Geld oder Baumaterial übrig.

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Wie kann Clara sich vorm Wasser schützen?

*Wie können die Menschen in Claras Stadt sich vorm Wasser schützen?

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4 Wohnraum

Mina freut sich über Claras Anruf. Aber Clara klingt aufgebracht und im Hintergrund hört Mina lauten Regen. Sie erzählt, dass es wieder heftig geregnet hat. Diesmal ist Claras Haus weggerutscht. Der Keller hat einfach ein paar mal zu oft unter Wasser gestanden. Viele der Häuser in Claras Stadt sind nie für diese Bedingungen – für Hitze, Sturm und Überschwemmungen – gebaut worden und geben langsam nach. Häuser stürzen ein oder werden unbewohnbar. Jetzt ist auch Claras Haus weg.

“Kann ich zu Dir kommen und eine Weile bei Dir wohnen? Ich glaube, ich bin jetzt praktisch obdachlos. Viele in mei… >< …” Die Verbindung ist weg. Zu viel Kommunikation für die noch stehenden Funkmasten in der Stadt? Mina versucht zurückzurufen. Aber sie kommt nicht durch. Vielleicht gibt es auch einen großflächigen Stromausfall dort in Claras Gegend i

Jetzt ist Clara auch auf der Flucht, denkt Mina. Wie hunderte Millionen Menschen mit und vor ihr i .

Minas Stadt ist Gott sei dank weit weg von der Küste. Hierher wird das Meer nicht kommen. Aber die Stadt ist voll – voller geflüchteter Menschen. Von überall her sind sie gekommen und drängen sich auf den Straßen. Die Regierungen haben dem Druck von rechts nachgegeben und die Landesgrenzen dicht gemacht. Es gibt furchtbare Bilder von den Grenzen, alle kennen diese Bilder, aber  niemand spricht darüber. 

Die Stadt ist aber trotzdem übervoll mit Menschen. Es sind reiche Menschen aus reicheren Ländern, die einen Weg gefunden haben. Sie kommen, weil ihre Länder unbewohnbar geworden sind i . Zum Beispiel weil es dort so heiß ist, dass sie nicht mehr schwitzen können i . Oder weil es bei ihnen zu viel oder auch zu wenig Wasser gibt – oder beides zugleich. Sie kommen wegen der Kriege i .

All das hat die Mieten in der Stadt noch weiter explodieren lassen. Nur wer reich ist, kann kommen. Und die Reichen wehren sich dagegen Platz zu machen. Wohnraum ist knapp.

Die Stadt hat strenge Auflagen erlassen, damit die Menschen nicht zu dicht aneinander rücken. Aus hygienischen also gesundheitlichen Gründen. Versorgungsengpässe mit Nahrung, Strom, Wasser, Abwasser, Mobilität sollen verringert werden. Die Sicherheit soll gewahrt bleiben, mit der Enge ist die Kriminalität explodiert.

Jeder muss jetzt nachweisen, dass er oder sie mindestens 10 Quadratmeter für sich allein hat. Das gilt auch für Gäste. Mina hat nur 12 Quadratmeter. Das reicht nicht für Clara. Früher konnte Mina für Besuche ihren Keller angegeben. Aber auch der ist verschimmelt nach zu vielen Überschwemmungen. Er wurde von der Liste verfügbaren Wohnraums gestrichen.

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Wo findet Mina eine Wohnung für ihre Freundin in der Stadt?

*Wo können die Menschen in Minas Welt guten Wohnraum für Geflüchtete schaffen?

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5 Krankheiten

Auf der Straße neben Mina niest eine Frau. Mina erschrickt. Schnell setzt Mina ihre Maske wieder auf. Bei der Hitze ist das Atmen durch eine Maske schwer. Aber es ist sicherer.

Die Hitze, die Enge in den Städte, die regelmäßigen Überschwemmungen, die veränderten Jahreszeiten – all das hat die Verbreitung wasserbasierter Infektionskrankheiten zunehmen lassen. Übervolle Städte funktionieren wie Bioreaktoren; Mensch und Tier leben zu dicht beieinander i . Die Ökosysteme sind außer Kontrolle. Erst kamen die Zecken, der Durchfall, die Malaria und Parasiten i, dann immer neue Formen von Viren und Bakterien i . Der Tod vieler Arten i, ii gibt anderen bisher weniger bekannten Arten Auftrieb. Neue Schädlinge vernichten Wälder und Ernten und bringen vielfältige Krankheiten zu Tieren und Menschen.

Auf Minas Arm klebt ein Pflaster. Gestern hat sie ihre halbjährliche Impfung gegen neue Krankheiten bekommen. Minas Immunsystem ist immer im Wettlauf mit der sich verändernden Umwelt. Ohne Glück und Sorgfalt aber ist dieser Wettlauf nicht zu gewinnen. Schnell nach Hause Hände waschen. Und?

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Wie kann Mina gesund bleiben?

Wie können die Menschen in Minas Stadt gesund bleiben?

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6 Angst, Desinformation und Vereinzelung

Fast da.

Vor Minas Haus stehen zwei Frauen und streiten. Eine sagt; “Bill Gates ist für die Hitze verantwortlich. Er sendet Nanodrohnen, die alles aufheizen!” Die andere hat ein Plakat in der Hand, das verspricht: “Wir haben Trumps Prüfung bestanden! Er wird es nächste Woche regnen lassen!”

Zwei Verschwörungsmythen wie sie überall aus dem Boden schießen. Die beiden Frauen haben Smartphones in der Hand, Mina sieht das Facebook-Logo. Seit langem betreiben Social-Media-Plattformen aggressive Emotionalisierung mit und durch Falschinformation.

Menschen haben Angst vor Hitze, Mangelernährung, Flucht, Krankheiten, hohen Preisen und mehr. Aus Angst wird Wut. Je ängstlicher und wütender Menschen sind, desto mehr Zeit verbringen sie auf diesen Social-Media-Plattformen i. Die Plattformen analysieren ihre NutzerInnen und packen jeden bei seiner eigenen tiefsten Angst i. Menschen suchen Antworten und bekommen Lügen vorgesetzt i. Manchmal ist Mina überrascht, welche Verschwörungsmythen hinter den Terroranschlägen stecken.

Die Politik hat versucht, die Plattformen zu regulieren i, ii, iii. Aber die Plattformen waren zu stark darin, uns gegeneinander aufzubringen und Konsens zu blockieren. Es ist schwer geworden, Wahrheit zu finden i, und die Macht der Wahrheit ist nicht groß, wenn es Menschen leicht gemacht wird, sich gegen Fakten wehren i ii. Eine Demokratie ohne gemeinsame Fakten ist schwach.

Über den beiden Frauen vor Minas Tür hängt ein Wahlplakat für die bevorstehende Wahl. Eine Nazi-Partei wirbt mit “Waffen für Wasser! Jeder trinkt für sich allein. Freier Zugang zu Waffen für Deutsche.”

Das sind die Irrsten von allen; sie nutzen die Situation aus. Sie nutzen Geflüchtete, um Menschen Angst vor Menschen zu machen. Die ungewisse Zukunft gibt den Feinden der Demokratie Rückenwind.

“Jeder trinkt für sich allein.” Für Mina klingt das falsch. Sie will lieber glauben, dass Gemeinschaft, Zusammenarbeit, Austausch und Fakten besser geeignet sind für die Lösung von Problemen. (Aber sie ist sich auch nicht mehr sicher.)

Minas Nachbarn kommen aus dem Haus. Sie kommen schweigend aus der Tür. Der Mann schaut das Wahlplakat an und nickt und geht dann wortlos an Mina vorbei. Früher haben die Nachbarn und Mina sich gegrüßt. Die Nachbarn haben Minas Katze gefüttert und Mina hat ihre Blumen gegossen in der Urlaubszeit. Irgendwann hat das aufgehört. Mina weiß nicht warum.

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Wie kann Mina Gemeinschaft und Zusammenarbeit herstellen?

Wie kann Minas Stadt/Land Gemeinschaft und Zusammenarbeit herstellen?

Wie kann Mina Fakten finden und stark machen?

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7 Dinge (Fixing Things) 

Mina schließt ihre Wohnung auf. 

Der Boden ist nass. Der Kühlschrank ist ausgelaufen. Schon wieder Stromausfall. In der Wohnung riecht es schon etwas modrig, bei der Hitze wird das Essen im Kühlschrank schnell schlecht. 

Der heftige Sommersturm vor zwei Wochen hat ein marodes Haus am Ende der Straße einstürzen lassen. Dabei waren die Stromleitungen kaputt gegangen. Aber das ist es nicht. Aus dem Fenster kann Mina sehen, dass die Ampeln überall ausgeschaltet sind, nicht nur in Minas Straße. Und die Straßenbahnen stehen still i. Wie jeden Sommer müssen die Kraftwerke bei enormer Hitze immer wieder runtergefahren werden, keine Kühlung möglich i, ii.

Mina will wissen, wie lange der Stromausfall gehen wird. Sie klappt ihren Computer auf, der läuft mit Batterie. Aber auch der Laptop fährt nicht hoch, auch der scheint kaputt. Irgendwie häufen sich hier die kaputten Geräte.

Dieser Laptop hier ist nicht reparierbar. Ersatzteile gibt es dafür auch nicht. Und selbst wenn, er hat nicht mal Schrauben an der Rückseite, an denen man ihn aufmachen könnte. 

Jetzt muss Mina einen neuen Computer kaufen. Aber ihr fehlt das Geld. Früher war all das so billig. Aber die Material und Ressourcen sind knapp geworden. Unwetter zerstören vieles oder machen es unbenutzbar, weniger Teile der Welt sind bewirtschaftbar, manche Ressourcen sind einfach erschöpft. Nicht nur Essen und Wohnen ist teuer geworden. Fast alles andere auch.

Aber Mina will nicht alles neu kaufen. Sie weiß, jedes neu produzierte Produkt kostet Umwelt und Klima und macht alles nur schlimmer.

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Wie kann Mina Dinge langlebig und verlässlich halten (und Ressourcen und Klima schonen)?

Wie können die Menschen in Minas Stadt Dinge langlebig und verlässlich halten (und Ressourcen und Klima schonen)?

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8 Jobs

Will Mina ihren Laptop wieder beleben braucht sie Geld – sie braucht einen Zweit-Job. Die Herausforderungen der Gegenwart haben so viele Jobs aufs Tableau gespült. Arbeit ist nicht knapp, es gibt so viele Dinge zu tun: 

    • Bäume vor der Hitze schützen.
    • Infrastruktur reparieren.
    • Menschen bei ihrer Fitness helfen (gesunde Menschen kommen besser mit Hitze zurecht). 

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Welche Jobs bietet ihr Mina an? Welche Jobs auf der Liste fehlen?

Woran sollten die Menschen in Minas Welt arbeiten? 

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– Ende –

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9. Das Feuer 

… folgt

10. Die Wirtschaft

… ein Kapitel, in dem es nicht nur um unproduktive Menschen geht, sondern auch um vom Wetter beschädigte Industrieanlagen, Schiffsunglücke in der Containerschifffahrt und daraus resultierenden Lieferengpässen … um zerstörte Schienen- und Straßennetze … um teure Preise bei Konsumgütern, weil die Ressourcen für Reparaturen usw. gebraucht werden … 

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Lizenz

Der Text und der Workshop stehen unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) Lizenz. Das Material kann also frei genutzt werden auf jedwede Weise. Wenn Sie den Workshop durchführen und ebenfalls Ergebnisse sammeln, dann freuen wir uns, wenn Sie uns diese Ergebnisse zusenden → hallo@mifactori.de. Lassen sie uns gemeinsam sammeln.  

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Weiterführende Links

Der Text oben enthält viele Links. Hier aber noch ein paar zusätzliche Empfehlungen.  

  • Die Klimawirkungs- und Risikoanalyse für Deutschland 2021 des Bundesumweltamtes macht praktisch das gleiche wie die Geschichte oben. Die Folgen konkret fassbar aufzählen und praktische Gegenmaßnahmen vorschlagen. 
  • Lösungen und Ansätze für Antworten auf die in der Geschichte gestellten Fragen finden sich überall auf der Mifactori-Seite. Z.B. unter unseren City Hacks aber auch in anderen Kategorien. 

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by 

Lars Zimmermann, Juni 2021